© 2019 Günter Huber 

Schwierige Geburten und Geburtstraumata sind häufige Anlässe, warum sich Eltern das erste Mal in osteopathische Behandlung begeben. Eine Vielzahl von Symptomen kann sich mit gezielten Behandlungen verbessern und korrigieren lassen.
Gerade bei Neugeborenen ist aufgrund der noch nicht abgeschlossenen Verknöcherung (Ossifikation) der Knochen eine osteopathische Behandlung am wirkungsvollsten. Insbesondere im ersten Jahr der kindlichen Entwicklung wächst der Schädel überproportional schnell und die weichen Knochen lassen ein „molding“ zu, ein unterstützendes Halten der Schädelknochen um die bereits im Mutterleib entstehende „Hirnneigung“ zu korrigieren und auszugleichen. Auch Schädeldeformationen können in diesen ersten Monaten besonders gut behandelt werden. Dies unterstützt optimal die Wachstumsprozesse und die Lebenskraft des Säuglings.
Es ist von wesentlicher Bedeutung, dem Organismus einen Grundzustand  anzubieten bei dem die Hirnhälften in eine Balance gebracht werden. Dies hat weitreichende Folgen für die Funktionsweise des Körpers. Nach neuesten Untersuchungen von M. Kastiel (München, 2014) nimmt das Hirn, ausgelöst durch neuronale Afferenzen eine „Hirnneigung“ ein, welche den Körper veranlassen, Kompensationen einzugehen. Diese Kompensationsmuster bringen den Organismus in eine Kette von Dysfunktionen, welche muskuläre und neuronale Veränderungen der betroffenen Körperareale bewirken. Dies ist nach derzeitigem Stand seiner Forschung die eigentliche Ursache für die Verschiebung oder Dysfunktionen von Wirbeln und knöchernen Strukturen. Auch Organe verändern sich dadurch in Ihrer Lage und Funktion. Der Ausgleich der Hirnneigung ist ein wesentlicher Faktor, um eine dauerhafte stabile Veränderung im Körper bewirken zu können.